18. Starnberger Wochenende – Lust auf Lernen?

 „Lust auf Lernen? – Wie wachsen Schülerinnen und Schüler in die Welt?“ war das Thema des 18. Starnberger Wochenendes

 

Moderatorin Alexandra Lux begrüßt die TeilnehmerInnen und verliest die Grußworte unserer Schirmherrin Simone Fleischmann (Präsidentin des BLLV), die leider selbst verhindert ist.

Sie wünscht sich „eine pädagogische Diskussion über die Rolle der Schule und der Bildung, über die Bedürfnisse unserer Kinder und unserer Gesellschaft. Und wir brauchen Lösungen, die wir konkret umsetzen können. Mit der Kampagne „Zeit für Bildung“ will der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband diesen offenen Dialog anstoßen. Dabei geht es um nichts weniger als um die Frage, wie wir den Kindern und Jugendlichen von heute – unserer Gesellschaft von morgen – die Zeit geben können, die sie als Individuen, aber auch wir alle als Gesellschaft dringend benötigen, um erfolgreich und menschlich zu leben.“

Anschließend begrüßt auch die Hausherrin Sigrid Stollberg (Schulleiterin der Grundschulleitung Montessori-Schule Starnberg Sigrid StollbergGrundschule) und wünscht eine inspirierende Zeit. Wir bedanken uns sehr herzlich bei der Montessori-Schule Starnberg, die uns die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt! – Ebenso ein herzlicher Dank an die HelferInnen im Vorfeld, die auch das ganze Wochenende für unser leibliches Wohl sorgen!

SchülerInnen kommen zu Wort

Niklas Bachmann und Alicia Brandtner von der Münchner StadtschülerInnen-Vertretung sind gekommen um ein kurzes Statement zum Thema „Lust auf Lernen“ abzugeben. Die Aufzeichnung wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt:


„8 Forderungen für die Zukunft an Bayerns Schulen“ ist die aktuelle Kampagne der SSV München

Ein paar wichtige Punkte aus dem Video noch einmal schriftlich:

  • Für viele Schüler ist Bildung ein notwendiges Übel… Bereitschaft für lebenslanges Lernen wird in Schulen durch die Erfahrungen, die Schüler machen nicht vermittelt…
  • Wäre das Kultusministerium eine Firma, wäre diese schon längst bankrottgegangen, bei einer derart miesen Kundenzufriedenheit!
  • Schule wird als notwendiges Übel, eine Pflicht, eine Plage, die man einfach mal ertragen muss, erlebt! Aber auch Pflichten können Spaß machen!
    • Essen – macht auch Spaß, ist ein Genussfaktor! Es gibt zahlreiche Kochshows – wo sind die Schulshows? Feinschmeckertempel – Schulgebäude?
    • Aufs Klo gehen – versiffte Toiletten an den Schulen, da geht man manchmal nicht mal hin, wenn man muss! – Die einzige Motivation ist, weil man ungestört ist und sein Handy nutzen kann!
  • Wie müsste Schule sein, dass die Kunden sich dort freiwillig aufhalten und sich wohl fühlen?
  • Sogar meine Oma kennt meine Lernmethoden noch!
  • Motivation wird gesteigert durch: Selbstbestimmung (Art des Lernens, Inhalte), in Beziehungen lernen (Gruppen), Erfolg: erreichbare Ziele und keine Demotivation durch schlechte Noten
  • Selbstrecherche, sich Inhalte selbst erarbeiten, statt ständig nur zuzuhören
  • interaktive Methoden
  • Ehrenamtliches Engagement ermöglichen
  • Vorbereitung aufs Leben (Schülerfirmen, Steuererklärung)
  • digitale Medien (zur Selbstrecherche und kreativem Lernen)
  • mehr Geld in Bildung investieren!
  • Nachhaltigkeit – Denken und Lernen
  • Lernen soll und muss Spaß machen, es wird Zeit, dass Spaß und Lust am Lernen an deutschen Schulen endlich umgesetzt wird!

StadtschülerInnen Vertretung München

 

Alle ZuhörerInnen waren begeistert und fühlen sich in ihren Ansichten – für die sie sich einsetzen – bestätigt!

 

 

Alexandra Lux stellte nach einer Genuss-Pause das Münchner Manifest vor, das am 04.02.2017 mit 300 Mitwirkenden erstellt wurde. Auch Elfie Schloter, sowie die damalige Stadtschülersprecherin Münchens, Hannah Imhoff waren

Münchner Manifest für Lernen im 21. Jahrhundert

aktiv dabei. Mehr darüber auf der Seite des Münchner Manifests

Zum Nachlesen des Manifests HIER der Downloadlink.

In Gesprächsgruppen hatten alle TeilnehmerInnen danach Zeit, sich über die Inhalte auszutauschen, sich gegenseitig zu inspirieren und zu ermutigen, sich selbst einzusetzen, um Lust am Lernen zu ermöglichen.

 

Inspirierende ReferentInnen am Samstag

Am Samstag Vormittag erläuterte uns das eingespielte Team Dr. Eva Maria Waibel und Dipl. Päd. VD Andreas Wurzrainer „Wie lernen Kinder – orientiert an ihren Möglichkeiten, ihrer Persönlichkeit und an Fragen nach dem Sinn selbständig arbeiten und denken?“

Ein kleiner Einblick in die Lebendigkeit hier:

 

Eine Geschichte über Belohnung und ihre Folgen – Andreas Wurzreiner from Alexandra Lux on Vimeo.

Andreas Wurzrainer entwickelte mit Günter Lueger die Potenzialfokussierte Pädagogik, die er in seiner Volksschule in Itter bei Wörgl lebt. Eva Maria Waibel ist Lehrerin und Dozentin an der Hochschule Tirol. Beide haben ihr Wissen in dem empfehlenswerten Buch „Motivierte Kinder – authentische Lehrpersonen“ aufgeschrieben. Außerdem geben beide weitere Fortbildungen und auch bei YouTube sind viele Aufzeichnungen der Beiden zu finden.

Eva Maria Waibel ist ja auch Referentin am IFZE.

In den Gesprächsgruppen, in denen beide ReferentInnen anwesend waren konnten noch viele spannende Fragen geklärt werden. Alles im Fokus auf „Lust auf Lernen“ für SchülerInnen und LehrerInnen.

Nach der sonnigen Mittagspause gab es die Möglichkeit, einen Workshop mit Andreas Wurzrainer oder den Vortrag von Sibylle Haas und ihren Lerngeschichten zu wählen.

 

Sibylle Haas bringt die Lerngeschichten aus Neuseeland nach Deutschland. Während des 18. Starnberger Wochenendes brachte sie uns diese wundervolle Möglichkeit, die Lernwunder von Kindern (und Erwachsenen) festzuhalten und zu würdigen.

Für Kinder war sogar eine Clownfrau mit ihrem Programm da. So konnte jeder seiner Vorliebe nachgehen, wobei es schon schwer war, auszuwählen!

Die Gesprächsgruppen vertieften sich dann jeweils weiter in ihr Thema!

Nach einem Abendimbiss gab es noch die Möglichkeit gemeinsam den Film „Wunder“ anzusehen. Fast alle TeilnehmerInnen blieben hier und waren froh über ihre Entscheidung. Gemeinsam konnte man die Berührung des Films besser verarbeiten….

Sonntagsabschluss

Der Sonntag Vormittag schloss mit einem gemeinsamen Gespräch mit Elfie Schloter ein spannendes und inspirierendes Starnberger Wochenende ab. Es war eine überschaubare Anzahl von TeilneherInnen, was den Vorteil hatte, dass wir alle gut miteinander ins Gespräch kamen. Alle die nicht dabei waren, haben definitiv etwas verpasst.

 

Nun werden wir sehen, wie es mit dem Starnberger Wochenende weitergehen kann, welche Bedürfnisse Eltern und Pädagogen haben, die trotzdem noch den Raum für einen Denk- und Erlebensprozess bieten.

Für alle, die die Wunder und unzähligen Facetten in Kindern sehen und bewahren, hier noch ein Gedicht von Loris Malaguzzi: Die hundert Sprachen des Kindes

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