IFZE – Unsere Schüler – Eure Kinder

Unsere Schüler – Eure Kinder

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Für 10 Kinder (Jugendliche) soll dies ein Angebot sein, um die Motivation, die Anstrengungsbereitschaft, die Konzentration und die Eigenverantwortung für schulisches Lernen zu verbessern. Die SchülerInnen können aus einer Klasse oder einer Schulstufe kommen.

Die mitarbeitenden LehrerInnen sollten alle Kinder kennen bzw. im Zeitraum der Projektdurchführung unterrichten. Aus Gründen der Parität soll die Lehrergruppe die 10 Eltern der Kinder zahlenmäßig nicht übersteigen. Es können also bis zu 10 LehrerInnen an diesem Projekt beteiligt sein.

Der Zeitrahmen des Projektes umfasst ein Schuljahr mit mindestens einem Termin pro Monat von ca. 2 Std. Dauer  (die Ferien werden selbstverständlich berücksichtigt).

Das Projektprogramm:
1. Einführungsgruppengespräch mit den Lehrern (Beschreibung d. SchülerInnen, die für dieses Projekt vorgeschlagen werden)
2. Anfrage an die Eltern der SchülerInnen durch die LehrerInnen, ob sie zur Mitarbeit an dem Projekt „Unsere Schüler – Eure Kinder“ bereit sind
3. Erster Projekttermin mit den teilnehmenden Eltern und Lehrern
4. Kennen lernen der SchülerInnen (ca. 3 Termine jeweils 2 Std.)
5. – 11. Arbeitsgruppentermine mit den auf die SchülerInnen bezogenen Schritten der Zusammenarbeit
12. Überprüfung der Ergebnisse
13. Wenn die Eltern zustimmen, kann ein Familiengespräch im IFZE abgerufen werden, das zur Klärung
der familiendynamischen Zusammenhänge von Lernblockaden beitragen kann.

1. Beispiel für die Arbeitsgruppentermine (Punkt 5.-11.):
Sowohl Eltern als auch LehrerInnen neigen dazu, Kinder – die keine intrinsische Motivation für ihr Lernen zeigen – zu sehr zu kontrollieren und unter Druck zu setzen, was ihren Widerstand gegen die Bearbeitung der ihnen gestellten Aufgaben erhöht. Ständige Diskussionen – in der Regel zwischen Müttern und ihren Kindern – bei den Hausaufgaben sind die Folge.
Kontrolle behindert die Lernmotivation und das selbstständige Tun.

Neu einzuübende Haltung:
Anteilnahme und die Aufforderung, das Gelernte zu präsentieren bzw. Gespräche über Lerninhalte, fördern die selbstständige Arbeit, wenn dabei die respektvolle Distanz eingehalten wird. Sie trägt dazu bei, dass Kinder sich ernst genommen fühlen und
in ihrer Würde nicht verletzt werden.
Gefühle und der Umgang mit ihnen sind dabei ein wichtiger Lernbereich – sowohl die Gefühle der Erzieher, vor allem aber
die Gefühle der betroffenen SchülerInnen, wie z. B. Unlust, Angst, Ärger, Hilflosigkeit, Ungeduld, Langeweile u. a.
Wie wir selbst unsere Gefühle achten und beachten und daher auch in der Lage sind, adäquat mit ihnen umgehen zu lernen, entscheidet darüber, wie wir den Kindern dabei helfen können, situationsgerecht mit ihren Gefühlen umgehen zu lernen. Wenn Kinder sich verstanden fühlen, wenn sie sich ohne Angst vor negativen Reaktionen ihrer Eltern bzw. LehrerInnen authentisch zeigen dürfen, kann an den wirklichen Zusammenhängen ihres Lernverhaltens gearbeitet werden. Daher ist der Umgang mit Gefühlen ein wichtiger Baustein im Programm dieses Projektes.

2. Beispiel:
Methoden, die die Autonomie der SchülerInnen stärken bzw. Konzentration und Selbstverantwortung erhöhen, sind ein anderer wichtiger Baustein. Dazu sollen altersbezogene Lernschritte für die individuell zu fördernden Kinder erarbeitet werden. Ergebnisse aus der Hirnforschung und entwicklungspsychologische Kenntnisse bilden dafür die Grundlage. Fragen, wie „Was fördert die Konzentrationsfähigkeit?“ oder „Wie stärken wir das Selbstvertrauen?“ sind dabei von zentraler Bedeutung. Bei allen allgemeinen Programminhalten soll aber die genaue Analyse des individuellen Lernverhaltens der SchülerInnen, um die es dabei geht, Voraussetzung sein, um pädagogisch anzusetzen.

Pädagogisches Handeln ist nämlich daran orientiert: Was dieses Kind jetzt von uns / von mir braucht.