Dreijährige Berufsbegleitende

Weiterbildung zum/zur Erziehungsmediator/in

Voraussichtlicher Beginn des neuen Kurses:

08./09. Oktober 2021 bzw. 15./16. Oktober 2021,

oder Anfang des Jahres 2022

je nach Entwicklung der Corona-Situation

Liebe Eltern, liebe Lehrerinnen und Lehrer, liebe Erzieherinnen und Erzieher,

Wir wenden uns an Sie, weil wir erleben, dass unsere Kinder – Ihre Schülerinnen und Schüler – eine neue Begleitung bei ihrem Hineinwachsen in unsere Gesellschaft brauchen.

Wie der ehemalige Präsident des Bundestags Norbert Lammert sich in seinem Buch über unsere Demokratie äußert, „braucht unsere Demokratie Demokraten“. Menschen, die unsere Demokratie in Gemeinsamkeit verbindlich leben und entwickeln – nicht bekämpfen wollen oder in Frage stellen.

Dies bedeutet, dass unsere Familien, Schulen und Kinder- und Schülertagesstätten sowie unsere Universitäten und Hochschulen den Auftrag annehmen, Kinder und Jugendliche, Schülerinnen und Schüler, Studierende und Auszubildende zur Verantwortung und zur Selbstwirksamkeit zu ermutigen. Freiheit bedeutet nicht, dass „ich tun kann, was ich will“, sondern dass mit unserer Freiheit auch die Verantwortung für uns selbst und für andere verknüpft ist, die ja die gleichen Rechte haben wie wir.

Es ist an der Zeit, dass wir uns Gedanken machen und unsere Herzen zu einer Bereitschaft öffnen, wie wir diese demokratische Gesellschaft erhalten und weiterentwickeln können. Wie können unsere Kinder lernen, wie wir von unserer Verschiedenheit zur Gemeinsamkeit kommen?

An vielen Orten unserer Bundesrepublik entsteht die Erkenntnis, dass wir andere Schulen, Schüler- und Kindertagesstätten brauchen, aber auch in den Familien eine Erziehung und Bildung, die zu Respekt vor der Würde des Einzelnen und auch zu Gemeinschaftsfähigkeit der Kinder führt. Dazu ist es notwendig, die Selbstwirksamkeit, die Konfliktfähigkeit und das Engagement von kleinen, von jugendlichen und von „großen“ Menschen zu stärken, ihre Entscheidungsfähigkeit zu entwickeln, und ihre mitmenschlichen Bedürfnisse zu erkennen und zu erfüllen.

Es braucht aber auch die Erkenntnis, dass ein Beurteilungssystem mit Noten, die ständiges Abprüfen erfordern und wie mathematische Größen gehandhabt werden, dem Bildungserwerb heute nicht mehr entsprechen kann. Vielmehr ist die Förderung und Entwicklung der Motivation und der Verantwortung sowohl für schulisches Lernen als auch für das eigen Verhalten wichtig. Die Persönlichkeitsentwicklung und die Förderung von Begabungen sowie der sozialemotionalen Kompetenz sind eine wichtige Zielvorgabe für schulische Bildung heute. Das erfordert auch eine Lehrerausbildung, die orientiert ist an der Beziehungsfähigkeit und Verantwortung für die individuelle Entwicklung der Schüler*innen und an der Erfüllung ihrer Bedürfnisse

Wissensvermittlung, Abprüfung und Leistungsorientierung sind nicht allein das, was wir tun können, um jetzt und in Zukunft ein Miteinander statt Gegeneinander in unserer Gesellschaft zu entwickeln. Der nur auf Wissenserwerb für die eigene Karriere ausgerichtete Focus führt zu einem eingeengten Blick auf den eigenen Vorteil und auf die eigenen Rechte.

So wichtig die Erziehungs- und Bildungsangebote für unseren eigenen Berufserfolg und unsere eigenen Lebensperspektiven sind, so wichtig ist aber auch, wie wir zu einer Gesellschaft werden können, die Verantwortung für unser Zusammenleben übernimmt und unsere Freiheit nicht nur für uns allein beansprucht.

Bitte beachten Sie die Initiativen, die um Sie herum bestehen und engagieren Sie sich für die notwendige Veränderung unserer Schulsysteme, die dem Entwicklungsstand unserer Kinder entsprechend umgestaltet werden sollten, um die Gemeinschaftsfähigkeit zu erreichen, welche die Weiterentwicklung unserer Demokratie braucht. Davon hängt es ab, wie wir, unsere Kinder, unsere Schülerinnen und Schüler, unsere Enkelkinder sinnerfüllt leben können.

Die Werte Freiheit, Gleichheit und Geschwisterlichkeit anzuerkennen und über die Regierung unserer Länder und unserer Bundesrepublik in Wahlen und im Kontakt mit den gewählten Volksvertretern mitentscheiden zu können – und dies auch zu wollen – sind dafür die Grundlage.

Unser gemeinnütziger Verein für Zusammenarbeit in Erziehung und Bildung e.V. ist aus dem Unterausschuss Zusammenarbeit von Erziehungsberatung und Schule des Bayerischen Jugendhilfeausschusses entstanden und trägt das Institut für Zusammenarbeit im Erziehungs- und Bildungsbereich IFZE.

Alle zwei Jahre veranstalten wir die Tagung Starnberger Wochenende, welche innovative Themen der Weiterentwicklung von Erziehung, Pädagogischer Psychologie und Hirnforschung sowie demokratischer Bildung anbietet und die Zusammenarbeit aller an Erziehung und Bildung Beteiligten – also auch von Schülerinnen und Schülern – anregen will.

Wir bieten eine dreijährige berufsbegleitende Weiterbildung zum/zur Erziehungsmediator/in an. Erziehungsmediator*innen arbeiten als Assistenz für Lehrer*innen an Schulen und Kinder- und Schülertagesstätten und helfen bei der Konfliktarbeit und bei der Lösungsfindung bei Problemen zwischen Lehrern, Eltern und Schülern. Projekte für Schulen und Kindertagesstätten, die von uns entwickelt und durchgeführt werden, können bei uns angefordert werden.

Es braucht ein Miteinander in unserer Verantwortung für unsere Kinder, für unsere Schülerinnen und Schüler – und für uns selbst!

Elfie Schloter
Diplom-Psychologin app., Psycholog. System. Familientherapeutin (app.), Supervisorin,
ehem. Leiterin der Kinder- Jugend- und Familienberatungsstellen der Landkreise Miesbach und Starnberg,
ehem. Schulpsychologin im Gymnasium Kempfenhausen,
1. Vorsitzende des Vereins für Zusammenarbeit in Erziehung und Bildung e.V.,
Leiterin des IFZE Institut für Zusammenarbeit im Erziehungs- und Bildungsbereich